Digital Study – Es geht in die zweite Runde!

Ein Gastbeitrag von Sandra Lühr

23. Juli 2020   •   Lesedauer: 3 Minuten

Jetzt mitmachen: Bis August können Studierende und Referendare noch anonym ihr Feedback zum Digitalen Semester geben und ihre Wünsche zur Digitalisierung der juristischen Ausbildung bei der entsprechenden Umfrage äußern! Es haben bereits über 2000 Studierende und Referendare deutschlandweit teilgenommen, aber je mehr Teilnehmer*innen wir sind, desto größer wird unsere Aussagekraft!

 

Doch wie kam das Projekt zustande und wer ist daran beteiligt? Was ist das Ziel der Digital Study? Und welche Erkenntnisse wurden bisher erlangt? Ein kurzer Überblick zu Deutschlands umfassendster Studie zur Digitalisierung in der Juristenausbildung.

Von der Idee bis hin zur LEGAL®EVOLUTION

Die Digitalisierung wird sowohl die Arbeitsweise als auch die Sachverhalte, mit denen die Juristen in der Zukunft konfrontiert werden, zunehmend prägen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Studierende und Referendare auf die bevorstehenden Veränderungen vorbereitet werden und mit den notwendigen Kompetenzen ausgestattet werden. Hierzu muss die Digitalisierung aber mehr in den Fokus der traditionsreichen juristischen Ausbildung rücken. Dies ist insbesondere auch durch die aktuellen Ereignisse deutlich geworden. Darüber hinaus bietet die Digitalisierung im Bereich der Bildungsvermittlung viele Vorteile, um beispielsweise komplizierte Sachverhalte näherzubringen oder die Wiederholung des Stoffes und das Eigenstudium von zuhause aus einfacher zu gestalten. Aus diesen Gedanken heraus entwickelte sich die Idee des Heidelberger Legal Tech-StartUps LEX superior zur Digitalisierungsstudie. Für den wissenschaftlichen Anspruch der Studie werden die Fragebögen interdisziplinär mit Herrn Prof. Dr. Mikhail S. Spektor, M.Sc. (Psychologie) konzipiert und ausgewertet.

Nachdem sich auch starke Projekt- und Medienpartner (darunter die NJW, LTO und das Anwaltsblatt) für das Vorhaben begeisterten, gab es zudem die außerordentliche Gelegenheit, die Ergebnisse auf der deutschen Innovationsmesse LEGAL®EVOLUTION zu präsentieren. Auch dieses Jahr werden die Ergebnisse wieder in der Messe Frankfurt vorgestellt und die Preisträger der Digital Awards bekanntgegeben. (Sollte eine Präsenzveranstaltung nicht möglich sein, wird es ein Online-Format geben.)

Was möchte die Digital Study erreichen?

Das Ziel der Digital Study ist es, eine jährliche Bestandsaufnahme zum Stand der Digitalisierung an den Fakultäten und Ausbildungsgerichten zu liefern, die sowohl als Inspirationsquelle für Neuerungen als auch positive Bestätigung für bereits bestehende Projekte in Bezug auf Digitalisierung und Recht dienen soll. Im Rahmen dieser Bestandsaufnahme wird neben einer deutschlandweiten Umfrage unter Studierenden und Referendaren auch eine Erhebung öffentlich zugänglicher Daten durchgeführt. Eine Herausforderung stellt sicherlich jedes Jahr die deutschlandweite Verbreitung der Umfrage dar. Denn die Studie gewinnt nur an Aussagekraft, je mehr Studierende und Referendare von unterschiedlichen Fakultäten und Ausbildungsgerichten daran teilnehmen. Die erfolgreiche Umsetzung geht hier insbesondere auf die tatkräftige Unterstützung unserer Projektpartner – der Studentenvereinigung ELSA Deutschland und dem Bundesverband rechtswissenschaftlicher Fachschaften – zurück. Besonders erfreulich ist, dass sich in diesem Jahr auch etliche Bundesländer (u.a. Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt) und Dozierende zur Weiterleitung der Umfrage entschieden haben.

Welche Erkenntnisse wurden bisher erlangt?

Die ausführliche Auswertung der Studienergebnisse ist im Digital Study eMagazin unter https://digital-study.de/ nachzulesen. Insgesamt lässt sich feststellen, dass es bereits viele tolle Projekte im Bereich Digitalisierung und Recht in der juristischen Ausbildung gibt – und es werden immer mehr. Auch wurde durch die Umfrage im letzten Jahr deutlich, dass bei den Studierenden und Referendaren ein grundsätzlicher Wissensbedarf zu den Themenbereichen Digitalisierung und Recht, Legal Tech, Rechtsinformatik und Legal Design besteht und sie sich einen vermehrten Einsatz digitaler Lehr- und Ausbildungsmethoden wünschen. Dieses Jahr ist die Umfrage jedoch besonders spannend, da nicht nur nach den Wünschen der Studierenden und Referendaren gefragt wird, sondern diese auch zu ihren konkreten Erfahrungen während des digitalen Semesters befragt werden. Somit lässt sich dieses Mal noch genauer feststellen, in welchen strukturellen und inhaltlichen Bereichen die Digitalisierung der juristischen Ausbildung bereits gut umgesetzt ist und wo eventuell noch Verbesserungsbedarf besteht.